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Nachricht

Haus der Stille und Einkehr

Die Mitglieder der Kommunität gestalten ihr persönliches wie auch ihr gemeinsames Leben aus der Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus. Damit dies gelingen kann, suchen sie ganz bewusst die Stille vor Gott, das Ruhen in Seiner Gegenwart. Sie folgen darin Jesu Einladung: "Kommt hier allein abseits an einen einsamen Ort und ruhet ein wenig." (Mark. 6,31) In dieser Ruhe und im Schweigen wird es möglich, sich der Stimme Gottes zu öffnen, sein Wort zu bewegen (meditieren), oder ein Bild zu betrachten und mit Gott darüber ins Gespräch zu kommen.

Dies gelingt nicht immer, es ist dies ein immerwährender Lernprozess. Geistliche Übungen (Exerzitien) sind in der christlichen Tradition tief verankert. Sie werden in den verschiedenen christlichen Kirchen praktiziert und können alleine oder mit andern Menschen zusammen durchgeführt werden.

Stille: Mehr als Abwesenheit von Lärm

Jeder Mensch ist normalerweise Geräuschen ausgesetzt und lebt gewollt und ungewollt damit. An Lärm kann man sich nicht gewöhnen, da der Hörsinn des Menschen nicht bewusst abgeschaltet werden kann. Schon Benedikt von Nursia (480 -574 n.Chr.) erkannte, dass Stress Menschen nervös und krank macht und sie nur gesund werden können, wenn sie die Gelassenheit mitten in der Aktivität lernen!

Stille ist mehr als nur Abwesenheit von Lärm. Stille im Sinne von ruhiger Umgebung kann beruhigend wirken, das Wohlbefinden steigern sowie die Konzentration auf eine Tätigkeit unterstützen. Neue Orientierung findet der Mensch allein in der Ruhe und Stille. Die Orientierung nach einem Weg des Lebens , den man gehen kann - in Hoffnung und Zuversicht. Der Mensch reift in der Stille!

Die Stille kann aber auch Angst machen. Sie kann bedrücken, aber sie ist auch der Ort, wo wir reif werden - reif für Gott! Haben Sie keine Angst vor der Stille - Stille kann man lernen. Die täglichen Gebetszeiten im Haus der Stille und Einkehr bieten hier einen ersten äusseren Rahmen dazu. Kursangebote, Gespräche mit Mitgliedern der Kommunität sind weitere mögliche Stützen.

Einkehr

Einkehr halten bedeutet auszuruhen, einen Moment innezuhalten. Nicht um zu vergessen, sondern, im Gegenteil, um unsere Kräfte zu sammeln, unsere Gedanken zu ordnen und unsere Ängste abzubauen. Einkehr ist aber nicht einfach eine Übung der Selbstdisziplin. Einkehr halten ist wie die Vorbereitung auf eine Begegnung: man zieht sich zurück, um in der Einsamkeit Gott zu begegnen.

Jesus liebte es sich, in die Einsamkeit zurückzuziehen, auf einen Berg oder in die Wüste. Aber bald darauf kehrte er wieder zu den Menschen zurück. und freute sich auf die Menschen, die auf ihn warteten. Überall wo wir sind, ist Gott. Wir müssen ihn nicht anderswo suchen, wir brauchen ihn nicht zu fliehen…

Wenn alles still ist, geschieht am meisten.

Søren Kierkegaard (1813 - 1855)

Stille kann man lernen

Wir können uns der Hektik unserer Zeit nicht entziehen. Doch Stille kann man lernen. Das betonte auch Schwester Marianne Graf, Leiterin der Kommunität Wildberg bis 2011. Doch selbst Diakonissen ringen immer wieder um die Stille vor Gott.

Das ganze Interview mit Schwester Marianne im ideaSpektrum 8/2010 lesen.